Störungen der männlichen Sexualfunktionen belasten Männer und Frauen

Über sexuelle Funktionsstörungen von Männern wird üblicherweise wenig in der Öffentlichkeit gesprochen. Ist doch hiermit die „Männlichkeit“ der betroffenen Person in Frage gestellt. Aber auch die Partnerinnen der betroffenen Männer leiden unter der Situation, kein erfülltes Sexualleben zu haben sehr, trauen sich aber häufig nicht ihren Partner oder einen Arzt hierauf anzusprechen.

Die am weitesten verbreiteten Störungen der männlichen Sexualfunktionen sind:

Beide Krankheitsbilder kommen in der männlichen Bevölkerung deutlich häufiger vor als gemeinhin vermutet.

Während nur etwa 5 % der 40-jährigen unter einem vollständigen Erektionsverlust leiden, sind es im Alter von 70 Jahren etwa 15 %. Zwei von drei älteren Männern leiden zumindest unter einer partiellen Erektilen Dysfunktion. Neben dem Alter liegen die Hauptursachen in Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (z.B. Bluthochdruck), des Stoffwechsels (Diabetes mellitus) und des Hormonhaushaltes. Dieser Zusammenhang verdeutlicht, dass sich hinter einer beginnenden Erektionsstörung ernstzunehmende andere Erkrankungen verbergen können, so dass die Symptomatik als Warnsignal interpretiert werden muss.

Daher liegt ein Schwerpunkt der Diagnostik bei neu aufgetretenen Erektionsstörungen in der Aufdeckung bislang nicht bekannter Allgemeinerkrankungen.

Ein Beispiel soll hierbei die koronare Herzkrankheit liefern, die unbehandelt schleichend fortschreitet und dramatische Folgen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt nach sich ziehen kann. Bei Patienten mit eingetretenem Herzinfarkt wird nicht selten berichtet, dass das Auftreten einer Erektilen Dysfunktion diesem Ereignis um ein Jahr vorausging.

Die Erektile Dysfunktion kann also ein früher Indikator für eine gravierende, eventuell lebensbedrohliche Gefäßerkrankung sein.

Die Therapie der Erektionsstörungen richtet sich nach den im Rahmen der Diagnostik nachgewiesenen Störungen. Liegt der Erkrankung beispielsweise ein Hormonmangel (Testosteronmangel) zugrunde, so kann das entsprechende Hormon dem Körper als Hautgel oder als Depotspritze zurückgegeben werden. Die Therapiekosten übernimmt in diesem Fall die Krankenkasse.

In vielen anderen Fällen ist eine medikamentöse Therapie mit einem sogenannten 5-Phosphodiesterasehemmer (z.B. Viagra) erfolgreich. Sollten die genannten Therapieoptionen keine Besserung der Situation erbringen, sind verschiedene Hilfsmittel wie Vakuumpumpen, bis hin zu operativen Maßnahmen (Schwellkörperprothese) denkbare Lösungsmöglichkeiten.

Eine noch weiter verbreitete Störung der männlichen Sexualfunktion ist der vorzeitige Samenerguss. Schätzungen zu folge leiden weltweit etwa 15-25 % aller Männer unter dieser Erkrankung und mit ihnen auch ihre Partnerinnen. Anders als bei der vorgenannten Erektilen Dysfunktion, sind vom vorzeitigen Samenerguss alle Altersgruppen ähnlich häufig betroffen. Die Ursachen für die Störung sind vielschichtig. Männer mit vorzeitigem Samenerguss erleben offenbar denselben, aus vier Phasen bestehenden sexuellen Reaktionszyklus wie andere: Verlangen, Erregung, Orgasmus mit Ejakulation und Refraktärzeit. Bei der Ejaculatio praecox verläuft die Kurve der Erregungsphase jedoch steiler als bei einem normalen Reaktionszyklus, die sogenannte Plateauphase ist kürzer und die Ejakulation erfolgt schneller.

Eine aktuelle Studie hat zeigen können, dass die Partnerinnen von Männern mit vorzeitigem Samenerguss bei den Parametern „Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr“ und „Zwischenmenschliche Schwierigkeiten“ deutlich schlechtere Ergebnisse aufwiesen als solche von nicht betroffenen Männern. Dadurch konnte die Vermutung belegt werden, dass Störungen des gemeinsamen Sexuallebens auch zu Störungen in anderen Lebensbereichen führen können.

Bislang mussten sich die betroffenen Paare mit Hilfsmitteln, welche eher als „Notlösungen“ bezeichnet werden müssen, behelfen. So wurden während des Liebesaktes Rechenaufgaben als Ablenkung gelöst, oder die genitale Sensibilität durch betäubende Sprays oder Salben vermindert. All das führte aber nur in Ausnahmefällen zu einem erfüllten Sexualleben.

Diese - im wahrsten Sinne - unbefriedigende Situation hat sich durch die kürzlich erfolgte Zulassung von Dapoxetin (Handelsname Priligy) grundlegend geändert. Durch das verschreibungspflichtige Medikament ist es möglich, die Zeit bis zur Ejakulation während des Geschlechtsverkehrs signifikant zu verlängern. Ein Studienprogramm, an dem mehr als 6.000 Männer in vielen europäischen Ländern teilgenommen haben, konnte ein bis zu vierfach verlängertes Ejakulationsintervall nachweisen, so dass die Zufriedenheit der Patienten und ihrer Partnerinnen deutlich stieg.

Für alle die Partnerschaft belastenden sexuellen Funktionsstörungen gilt, dass sowohl die betroffenen Männer wie auch ihre Partnerinnen keine Scheu haben sollten, sich ihrem Arzt anzuvertrauen und sich in fachurologische Hände zu begeben. Dies gilt auch, und besonders, weil diese Störungen Vorboten ernsthafter Erkrankungen sein können, welche - früh erkannt - meist gut behandelbar sind.

Der behandelnde Urologe muss sich darum die Zeit nehmen, den Patienten sorgfältig zu untersuchen, um mögliche Grunderkrankungen zu diagnostizieren und die individuell richtige Therapie zu finden.

Dies ist eine Leistung der Praxis UPK Essen – Dr. Coen / Dr. von Ostau / Dr. Jäger

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