Vorsorgen erspart Sorgen – Ein Bericht von Dr. Tobias Jäger

Prostatakrebs als häufigste Krebserkrankung bei Männern gehört zu den Krebsarten mit den höchsten Überlebenschancen. Wichtig ist aber, die Krankheit früh zu entdecken. Erfolgt die Diagnose in einem frühen Stadium, stehen die Chancen für eine vollständige Heilung sehr gut.

Viele Männer vernachlässigen ihre Gesundheit, indem sie sich nicht regelmäßig untersuchen lassen. Neben dem Herzinfarkt sind es vor allem die Krebsneuerkrankungen, die mit gleichbleibend hohen Zahlen alarmieren. Nur etwa jeder fünfte Mann lässt sich auf Prostatakrebs untersuchen, obwohl bei frühzeitiger Erkennung die Heilungschancen am besten sind.

Diagnose & Therapie

Das Tückische am Prostatakarzinom ist, dass es anfangs meist keine Beschwerden verursacht und nur im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen durch  einen Bluttest (PSA) oder eine Tastuntersuchung entdeckt werden kann. Zu den unspezifischen Beschwerden im Frühstadium können Störungen beim Wasserlassen, Hexenschuss, Knochenschmerzen, Gewichtsverlust und Blutarmut gehören. Ertastet der Arzt den Krebs, ist dieser häufig lokalfortgeschritten und seltener heilbar. Durch den Darm ertastet der Arzt Größe und Beschaffenheit der Prostata. Hat er durch eine ertastete Verhärtung oder einen auffälligen PSA-Wert einen Tumorverdacht, entnimmt  er eine so genannte Biopsie: Mit einer feinen Nadel gewinnt er mehrere Gewebeproben der Vorsteherdrüse und untersucht diese mikroskopisch. Bei positivem Befund schließen sich weitere Untersuchungen an, um die Ausdehnung der Krankheit zu bestimmen.

Ist eine Erkrankung diagnostiziert worden, hat der Patient in der Regel genügend Zeit, um sich umfassend über die verschiedenen Therapieformen, Nebenwirkungen und Erfolgsaussichten zu informieren, denn der Prostatakrebs ist in den meisten Fällen eine langsam wachsende Krebsart.

Die Operation

Sie stellt nach wie vor den therapeutischen Gold-Standard dar. Doch Studien belegen, dass etwa ein Drittel der Operierten unter postoperativen Komplikationen leidet. Jeder Vierte klagt  später über Probleme im Bereich der Harnwege, ebenfalls bei etwa jedem Vierten tritt Inkontinenz auf, die allerdings zum Beispiel mit gezielter Beckenbodengymnastik oder operativen Maßnahmen behandelt werden kann. Eine weitere Folge, die für viele Behandelte von zentraler Bedeutung ist, ist eine Beeinträchtigung der Sexualfunktion im Sinne von Erektionsstörungen. Sie treten bei einer Operation in etwa der hälfte aller Fälle auf. Die Häufigkeit kann durch die sogenannte nervschonende Operationstechnik vermindert werden.

Die Bestrahlung

Die externe Bestrahlung gehört ebenfalls zum klassischen Behandlungsrepertoire und scheint der Operation vergleichbare Ergebnisse zu liefern. Das krankhafte Gewebe wird von außen gezielt bestrahlt. Die Technik hat große Fortschritte gemacht, sodass heute Geräte zum Einsatz kommen, die nur noch wenig gesundes umliegendes Gewebe zerstören. Diese Methode scheint gerade als  Therapieoption im frühen Stadium oder bei medizinischen Bedenken gegen die Operation geeignet zu sein. Langzeitergebnisse sind derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Eine Alternative zur externen Bestrahlung stellt die sogenannte Brachytherapie dar. Hierbei wird die Strahlenquelle über feine Nadeln direkt in der Prostata platziert, so dass hohe Strahlendosen verabreicht werden können, ohne ernstzunehmende Schäden am benachbarten Gewebe hervorzurufen. Bei der HDR-Brachytherapie wird die Strahlenquelle im Unterschied zur Seed-Implantation (LDR-Brachytherapie) sofort wieder entfernt.

Die Seed-Implantation

Seeds sind kleine, titanverkapselte Strahlenquellen von unter einem Millimeter Durchmesser, die in die Prostata eingeführt werden, dort verbleiben und ihre Strahlendosis über mehrere Monate hinweg abgeben. Dieser Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.

Untersuchungen von Patienten dieser Behandlungsmethode ergaben, dass rund zwei Drittel langfris¬tig überhaupt keine oder bestenfalls geringe Störungen beim Wasserlassen haben. Die möglichen Beschwerden sind geringfügiger als nach einer OP und klingen meist nach einiger Zeit ab. Ob eine Seed-Implantation möglich ist, muss jedoch vom Experten entschieden werden.

Hormon- & Chemotherapie

Wenn zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Stadium der Krebserkrankung vorliegt, stehen diese beiden Therapieoptionen zur Verfügung. Eine vollständige Heilung ist meist nicht mehr möglich. Die Eindämmung des Tumorwachstums und die Linderung der begleitenden Beschwerden stehen dann im Vordergrund. Davon betroffen sind etwa ein Drittel der Erkrankten.

Nach der Behandlung ist vor der Untersuchung

Egal zugunsten welcher Therapie die Entscheidung auch fällt: Nachuntersuchungen sind absolut erforderlich. Nur so können Nebenwirkungen der Behandlung oder das erneute Auftreten eines Tumors kontrolliert werden. Zudem kann eine gesunde Ernährung aus faser- und ballaststoff¬reicher, fett- und fleischarmer Mischkost das Immunsystem entscheidend unterstützen. Auch Präparate zur Nahrungsergänzung sind bei einem Prostatakarzinom verfügbar, der Nutzen wissenschaftlich jedoch nicht belegt.. Experten gehen außerdem davon aus, dass Ausdauersport sich günstig auf den Verlauf der Krankheit auswirkt. Man muss dafür nicht gleich zum Marathonläufer werden. Viermal in der Woche ein einstündiger Spaziergang reicht schon aus.

Generell gilt aber: Vorbeugen ist besser als heilen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, ist eine vollständige Heilung möglich. Doch frühzeitig heißt auch, der Erkrankte ist noch beschwerdefrei. Deshalb sollte jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig - das heißt einmal pro Jahr - zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Der Urologe ist hierfür der richtige Ansprechpartner.

 

Dies ist eine Leistung der Praxis UPK Essen – Dr. Coen / Dr. von Ostau / Dr. Jäger

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