Die Sterilisation des Mannes – eine echte Alternative als Verhütungsmethode?

Ein Bericht von Dr. Tobias Jäger

Die Vasektomie bezeichnet die Sterilisation des Mannes. Bei diesem einfachen Eingriff, werden nur die Samenleiter durchtrennt. Die Funktion der Hoden (Hormonproduktion) bleibt, erhalten. Die sich dort bildende Samenzellen, werden vom Körper automatisch abgebaut. Auch die Potenz und somit Fähigkeit zur Penisversteifung und Samenerguss bleiben erhalten. Das Ejakulat enthält aber keine Samenzellen mehr, eine weitere Vaterschaft ist damit beinahe zu 100% ausgeschlossen. (Pearl Index nahe 0).
Die Vasektomie gilt als die derzeit sicherste, effektivste und vergleichsweise einfache Methode zur Fertilitätskontrolle beim Mann.
Trotzdem herrscht unter Männern nach wie vor große Angst um die Männlichkeit. Schließlich sei eine Vasektomie nicht irgendein Eingriff, sondern eine Operation am „überragenden Symbol des männlichen Selbstverständnisses“ sagt Robert (45 Jahre). Wenn sich Männer mit der Operation befassen, haben sie meist ganz konkrete, teils diffuse Befürchtungen. Wie zum Beispiel Otto. Der 41-Jährige lebt in einer festen Partnerschaft und hat eine Tochter. Obwohl er im Moment keine Kinder mehr will, möchte er sich alle Optionen offen halten: „Wer weiß, was mit 51 oder 61 sein wird?“ Aber in erster Linie hat Otto Angst vor dem Eingriff – nicht vor der Operation, sondern davor seine Männlichkeit zu verlieren: „Und wenn dann plötzlich nichts mehr steht und nichts mehr fließt?“
Diese Ängste sind unberechtigt und zeugen von großem Informationsbedarf zu diesem mittlerweile etablierten Verhütungsverfahren.
Die Operation ist unkompliziert und wird ambulant (vor dem kleinen Eingriff ist Essen erlaubt) unter örtlicher Betäubung am Hodensack, gegebenenfalls auf Wunsch auch unter Sedationsnarkose (d.h. Schlafen während des Eingriffes), in unserer urologischen und andrologischen Facharztpraxis durchgeführt. Dazu werden über zwei kleinste Hautöffnungen am Hodensack beide Samenleiter freigelegt, jeweils ein ca. 1 cm langes Stück des Samenleiters entfernt, die Enden verödet und abgebunden. Der Eingriff dauert pro Seite etwa 15 Minuten.  Das verwendete Nahtmaterial löst sich nach etwa 10 Tagen selbstständig auf, so dass ein unangenehmes Fädenziehen entfällt.
Auf Wunsch kann die Vasektomie auch ohne Schnitt in der sogenannten Non-Scalpel-Technik durchgeführt werden. Hierbei werden noch kleinere Zugänge zum Samenleiter ohne die Anwendung eines Skalpells gewählt, welche nicht vernäht werden müssen. Bei dieser besonders schonenden Technik muss ebenfalls vor dem Eingriff nicht auf Essen und Trinken verzichtet werden.
In äußerst seltenen Fällen kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie zwei Kontrollspermiogramme abgegeben werden, um die Unfruchtbarkeit und somit den operativen Erfolg nachzuweisen.
Die möglichen Komplikationen liegen im Bereich der Verletzung benachbarter Strukturen wie z.B. Gefäßen mit möglicher Minderdurchblutung der Hoden oder Entzündungen nach der Operation. Insgesamt liegt die Komplikationsrate aber sehr niedrig. Zudem sind die Komplikationen bis auf wenige Ausnahmen mit einfachen Mitteln zu behandeln. Eine erneute Zeugungsfähigkeit durch das spontane Zusammenwachsen eines oder beider Samenleiter tritt in 0,4 – 0,8% auf.
Vergleicht man die Komplikationshäufigkeiten der Vasektomie mit den auftretenden Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen unter der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva der Partnerin (Pille), so bietet die Operation eine echte Alternative. Hierdurch kann der jahrelange Eingriff in den weiblichen Hormonhaushalt beendet werden, ohne dass das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft eingegangen werden müsste.

Als wichtiges Argument gegen eine Sterilisationsoperation wird häufig die Irreversibilität der Maßnahme angeführt. Dieses Argument darf heute nicht mehr gelten, da es in den allermeisten Fällen möglich ist, durch eine mikrochirurgische Operation unter dem Operationsmikroskop, die Samenleiter auch Jahre nach erfolgter Vasektomie wieder zu verbinden. Hierdurch kann die gewünschte Infertilität des Mannes rückgängig gemacht werden und eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege erreicht werden.

Die Kosten des Eingriffes sind im Vergleich zu anderen kontrazeptiven Maßnahmen erschwinglich. Sie belaufen sich je nach gewähltem Operationsverfahren auf 290 – 450 €. Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten hierfür nicht, private Kassen zahlen die Operationskosten nur in Ausnahmefällen.

Dies ist eine Leistung von UPK Essen – Dr. Coen / Dr. von Ostau / Dr. Jäger

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